26.04.2006 - 20 Jahre nach Tschernobyl vs. 4 Jahre nach dem Amoklaufes in Erfurt
Heute ist der 26. April 2006.
Vor genau 20 Jahren explodierte der Reaktor imBlock IV des dortigen
Kernkraftwerkes, was als Katastrophe von Tschernobyl in die Geschichte
einging. Die Schätzungen der Zahl derToten seitdem schwankt zwischen
10.000 und 100.000 Menschen. Vor genau 4 Jahren fanden im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt die Abiturprüfungen statt. Robert
Steinhäuser erschoss 13 Lehrer, einen Polizisten und 2 Schüler,bevor er
sich selbst richtete. Dieses Ereignis ging als *Massaker vonErfurt* in
die unrühmliche Geschichte ein.
Natürlich ist es absolut
korrekt, dass in Tschernobyl Gedenkfeiernstattfinden, dass die Medien
ausführlich darüber berichten, dass auchüber die heutige Situation 20
Jahren nach dem Super-GAU berichtet wird.Viele Ängste, Sorgen,
Unsicherheiten herrschen auch heute noch vor. Kann man die Pilze im
Wald essen? Welche Auswirkung hat die radioaktiveWolke für den Westen
Europas (vor allem in Skandinavien, aber auch inSüddeutschland).
Was
mich aber etwas verdutzt, ist die Tatsache, dass über dasSchulmassaker
in Erfurt nirgendwo ein Kommentar erscheint. Nicht mal die für
ihre reisserischen Nachrichten bekannteBILD hatte sich dazu
herabgelassen. Bei online verfügbarenNachrichtensendern und -portalen
ebenfalls: Fehlanzeige. Für die (auch ehemaligen ) Schüler des
Gymnasiums ist es sicher gut so,dass sich die Medien nicht schon wieder
darauf stürzen, aberandererseits: ist dieser Tag in den Köpfen der
Menschen bereits ad actagelegt worden? Gab es nicht erst vor kurzem die
Nachricht,dass ein16jähriger in Heringsdorf einen Amoklauf geplant
hatte, derglücklicherweise rechtzeitig entdeckt wurde? Es geht mir
auch mehr um die Auseinandersetzung mit dem Phänomen, dass Jugendliche
aus Wut, aus unverstandenen Problemen heraus zu solchen rabiaten
Mitteln greifen - selbst mit der Konsequenz, dass ihr eigenes Leben
ebenso beendet sein wird? Gibt es Aufklärung in den Schulen,
Anlaufstellen für frustrierte Schüler? Verdienen Vertrauenslehrer
in jedem Fall das Vertrauen der Schüler oder ist es eher ein Titel ohne
Wert? Solche Fragen sollten an einem Tag wie heute diskutiert werden.
PS: Nach langer Suche habe ich soeben EINEN Beitrag über das
Schulmassaker gefunden: der MDR hat auf seiner Internetseite darüber
berichtet , u.a. auch darüber, dass eine Ärztin (Psychologin der
betroffenen Schüler/innen) um die Herausgabe der Videos bei der
Staatsanwaltschaft gebeten hat, um so ihre Patienten behandeln zu
können. Angehörige der Opfer haben allerdings mit Unverständnis und
Empörung reagiert.
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24.04.2006 - Die merkwürdigen Umstände einer Achterbahnfahrt
Ich
möchte wirklich nicht behaupten, dass ich mich zu der Spezies
der *Angsthasen* zähle. Erst vor einigen Wochen im Rahmen der
langen Nacht der Museen ließ ich eine Vogelspinne auf meiner Hand
herumwuseln und auch die Natter, die aus natürlichen Tarnungsgründen
aussah wie eine Korallenschlange, konnte mir nicht wirklich Angst
einjagen. ImGegenteil: beide fühlten sich wunderbar weich und warm an.
Etwas
anders sieht es hingegen bei sogenannten *Fahrgeschäften*
aufJahrmärkten bzw. in Freizeitparks aus. Schon seit meiner Kindheit
habe ich da so ein mulmiges Gefühl (man könnte übertriebenerweise auch
Kindheits-TRAUMA dazu sagen - mein Großvater fütterte uns
Enkelkinder vorher immer mit ziemlich fettigen Buletten ab und dann
wurde es (zumindest mir) natürlich während der Fahrt in der Spinne oder
in der Walzerfahrt prompt übel) und seitdem betrachte
ich solche drehenden Ungetüme am liebsten aus der Ferne.
Mit
220km/h über die Autobahn zu brettern ist das Eine (und ich gebe zu:
ich brettere gerne, wenn es erlaubt ist) ,aber mit einer noch so
harmlos erscheinenden Achterbahn zu fahren, ist für mich dann
doch etwas vollkommen anderes.
Nun ging es letztes
Wochenende in den Freizeitpark Tripsdrill bei Heilbronn. Das Wetter
war einfach herrlich, der Park gut besucht. Das Kettenkarussell
fand ich schon ma lgar nicht so lustig, ganz zu schweigen vom
*Gugelhupf* - dort drehten sich die *Sessel* automatisch und
rotierten auch noch in einem Affenzahn um die eigene Achse, so dass ich
eigentlich schon bedient war. Aber dann überredete man mich zur Fahrt
im *Rasenden Tausenfüßler*, einer eigentlich harmlos
anmutenden Achterbahn (vor allem Kinder fuhren immer und immer wieder
mit ihr) - sie wird schneller, je mehr Menschen in ihr Platz genommen
haben. Die erste Tour ging daher im halbvollen Gefährt noch relativ
gemächlich vonstatten und ich wunderte mich etwas, dass es ja *garnicht
so schlimm war, wie anfänglich befürchtet*. Nun überredete man mich,
doch mit der großen Achterbahn , der *G´sengtenSau* zu fahren.Leider
sah man nicht wirklich viel von der Routeführung dieser Bahn -was ich
im Nachhinein allerdings für gut befand, sonst wäre ich möglicherweise
NIEMALS damit gefahren (obwohl diese Bahn keine Loopings oder
dergleichen besaß). Es ging relativ harmlos den Berg hinauf - aber
dann: nicht nur dieses steile Bergab, nein: gleich in eine gedrehte
Kurve, so dass ich den Rest nur noch mit geschlossenen Augen erleben
wollte. Mein Gesicht verzerrte sich (ich sage nur: 3 G!) und unwillkürlich dachte ich an Astronauten in einer Zentrifuge. Zum
Glück versprühte der Haltebügel doch ein Mindestmaß an Sicherheit. Doch
hinterher konnte ich stolz sagen: ich bin Achterbahn gefahren - das
erste Mal in meinem Leben, und das mit 36 Jahren. Nun wurden meine
beiden Begleiter natürlich immer übermütiger. Ich sollte doch auch noch
mit der Badewanne fahren - das ist ein Kahn, der einer Badewanne
nachempfunden wurde und gleichzeitig Europas
höchsteWildwasserrutsche hinunterfährt, und zwar immerhin mit 60 km/h.
DerAufprall und die Wasserwelle waren phänomenal. Im Sommer ist das
sicher eine willkommene Erfrischung. Am besagten Samstag fing es gerade
an, zu regnen und wir waren gemischten Gefühlen ausgesetzt.
Vorallem
nassen *g*. Man hatte aber vorsorglich sogar Haartrockner am Ende
des Parcours angebracht. Und die waren bitter nötig, denn wir sahen aus
wie begossene Pudel. Der danach prompt einsetzende Regenguss machte die
schicke *Fönfrisur* wieder zunichte und wir rannten, was unsere Beine
hergaben.
Als wir dann hinterher nochmal mit dem(Gott sei Dank
überdachten) Gugelhupf,dem rasendem Tausenfüßleru.ä. fuhren, kam
mir das richtig lahm und langweilig vor. So schnell kann man sich an
rasante Fahrgeschäfte gewöhnen :-) Die *Schocktherapie* hatte
jedenfalls den vollen Erfolg gebracht.
Mein Fazit seitdem: Sag niemals nie!
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23.04.2006 - Ja! Ich habe es getan!
Was
hatte ich mich gesträubt, wenn es um das Thema DSLR
(digitaleSpiegelreflexkamera) ging! Nie im Leben würde ich mir so ein
Hightech-Monster zulegen. Niemals! Jahrelang bin ich hervorragend mit
meinen analogen SLR zurechtgekommen. Angefangen hatte alles mit der
Praktica Nova PL, die noch mechanisch war, d.h. selbst den Film mußte
man selbst einlegen (wenn man denn Ahnung davon hatte). Anfangs vergaß
ich immer wieder vor dem Drücken des Auslösers erst einmal die Kamera
*aufzuziehen*. Später leistete ich mir dann erst eine Minolta Dynax 505
si, danach das Nachfolgermodell Minolta Dynax 5 si. Und ich war
unheimlich zufrieden mit ihr, kaufte allerlei Zubehör,
wieProgrammblitzlicht, Tele- und Weitwinkelobjektive. Schon deshalb kam
für mich eine DSLR überhaupt nicht in Frage. Minolta gehörte leider zu
den Firmen, die zwar digitale Fotoapparate wie die Dimage
herausbrachten, aber halt ohne Wechselobjetive. Und ich wollte auf mein
nicht gerade preiswertes Equipement auf gar keinen Fall verzichten
wollen.
Doch
dann passierte es! Ich blätterte gerade in einem Katalog (der Name
bleibt aus Pietätsgründen natürlich ungenannt) und traute meinen
Augen nicht: dort stand Konica-MinoltaDynax 5 D. 5 D??? D wie digital?
DSLR etwa? Vielleicht sogar mit der Möglichkeit, die analogen Objektive
zu verwenden? Und in der Tat - dem war so. Kein Traum, keine
*Foto mogana*. Alles echt und auch nochpreiswerter als die meisten DSLR
anderer namhafter Hersteller, die momentan auf dem Markt zu haben sind.
Es
gab einfach kein Zurück mehr und schon gar keine Gewissenbisse. Die
Kamera war mein und seitdem fotografiere ich noch exzessiver (wenn das
überhaupt noch möglich ist). Die Vorteile liegen auf der Hand: zum
einen natürlich,dass ich (fast) alles von der analogen Minolta
verwenden kann und zum anderen, dass ich weder (auf Dauer) teure Filme
kaufen, noch entwickeln(lassen) muss. Meine Festplatte quillt zwar
seitdem vor Bilddateien über, mein Scanner schaut etwas traurig drein,
aber es ist so einfach, so wahnsinnig bequem. Selbst von meiner
Dunkelkammer habe ich mich (wenn auchetwas wehmütig) getrennt. Aber
die Entsorgungsbestimmungen waren schon happig. Jetzt trage ich
immer ein kleines Etui bei mir, in dem sich ein Ersatzakku und 3
Speicherkarten befinden. Hätte man mir vor 3 Monaten gesagt, dass ich
in nicht mal 2 Wochen komplett von analog auf digital umsteigen würde,
hätte ich schlicht und ergreifend demjenigen einen Vogel gezeigt!
Klingt komisch, ist aber so :-)
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Alltägliches, Langweiliges, Beängstigendes, Amüsantes. Das Leben eben :-)
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